Solidarität statt Verschwörungsideologien – Keinen Meter dem Corona-leugnenden Autokorso!

Unser Aufruf zu Protesten gegen einen Autokorso von Corona-Leugner:innen am 28.03. in Münster:

Am 28.03.2021 will erneut ein Autokorso verschwörungsideologischer Gruppen durch Münster fahren. Wie auch bei der ersten Auflage am 07.03.2021 wollen die „Ärzte für Aufklärung“ unter dem Motto „Autokorso für die Beendigung aller Corona Maßnahmen“ verschwörungsideologische Inhalte in Münster verbreiten. Am ersten Autokorso, der auf kreativen Protest von vielen Münsteraner:innen auf dem Fahrrad stieß und mehrfach blockiert wurde, beteiligten sich neben vielen „Wutbürger:innen“ auch Funktionäre der extrem rechten „Alternative für Deutschland“ aus Münster: Kreisvorstandsbeisitzer Michael Jahn, der frühere Kreissprecher Helmut Birke und der wegen neonazistischer Postings von der Liste zur Kommunalwahl gestrichene Karl-Heinz Kramer waren dabei nicht nur stille Teilnehmer, sondern beteiligten sich auch an der Organisation des Autokorsos.

Dass die extrem rechte AfD versucht, an die Corona-leugnenden Proteste anzuschließen, ist wenig verwunderlich: Ist die AfD doch die Partei der Corona-Leugner:innen und findet dort mit ihrer Erzählung von den ‚Eliten‘ und ‚Altparteien‘ bundesweit Anklang. Nun will die AfD offensichtlich auch in Münster als Brandstifter für eine sich massiv radikalisierende Szene agieren. Das werden wir nicht zulassen! Genauso wenig werden wir es tolerieren, wenn Gruppen, die im ganzen Land mit Neonazis, Reichsbürger:innen, rechten Hooligans und Antisemit:innen jeglicher Couleur gemeinsame Sache machen, in Münster demonstrieren.

Und auch wenn sie sich selbst noch so offenherzig geben und für die Meinungsfreiheit stehen wollen – das letzte, was verschwörungsideologische Gruppen wollen, ist ein echter Diskurs. Sie beanspruchen für sich, als einzige ‚das große Spiel‘ durchschaut zu haben, alles andere ist Propaganda. Im selbst beschworenen elementaren Kampf von Gut gegen Böse wähnen sie sich auf der richtigen Seite und da ist dann mit zunehmendem Fortschreiten der Pandemie auch jedes Mittel gerechtfertigt. Zu Verschwörungsideologien gehören immer auch Vernichtungsphantasien: Und so wird aus mit Herzchen bebilderten Aufrufen zum friedlichen Widerstand schnell der Aufruf zum gewaltsamen Umsturz, nach dem die vermeintlichen Verantwortlichen als ‚Volksverräter‘ zur Rechenschaft gezogen werden sollen.

Wie groß das Gewaltpotenzial verschwörungsideologischer Gruppen und ihrer Anhänger:innen ist, haben sie wiederholt bewiesen. Auch am 7.3.2021 gab es in Münster massive Gewaltandrohungen gegenüber Protestierenden, in mindestens einem Fall wurde ein Mensch mit dem Auto beiseitegeschoben und ein Teilnehmer drohte damit, eine Schusswaffe zu holen. Die Polizei agierte kopflos und rabiat und gefährdete so Protestierende. Autos als Waffe sind in der extremen Rechten nichts Neues und auch in Münster gab es aus diesem Spektrum entsprechende Anschlagsdrohungen gegen eine Black Lives Matter Demo.

Deshalb gehen wir am 28.03.2021 gemeinsam auf die Straße und schützen uns gegenseitig: Vor Corona, Verschwörungsideolog:innen und der Polizei! Tragt bei unseren Kundgebungen medizinische Masken, haltet Abstand und achtet aufeinander! Bringt gerne eure Fahrräder mit – sie ermöglichen eine infektionsschutzkonforme Anreise, schützen vor Übergriffen und helfen euch, Abstand zu wahren und mobil zu bleiben!

Wir werden uns unseren Platz inmitten der Stadt nehmen – kommt zu unseren Kundgebungen am Schlossplatz um 14:00 Uhr und am Servatiiplatz um 15:00 Uhr. Seid kreativ, laut und solidarisch!

Anmerkung: Wir befinden uns als Keinen Meter Bündnis in der widersprüchlichen Position, dass wir uns einerseits über jede Person freuen, die mit uns am Sonntag ein starkes Zeichen gegen die Corona-Leugner:innen setzt. Andererseits haben wir Verständnis für alle, die sich nicht vor Ort beteiligen können oder wollen und uns stattdessen über Social Media unterstützen.

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